{"id":1078,"date":"2016-04-15T15:07:01","date_gmt":"2016-04-15T13:07:01","guid":{"rendered":"http:\/\/journalcologne.hmkw.de\/kunstundkoeln\/?p=1078"},"modified":"2016-04-15T15:14:08","modified_gmt":"2016-04-15T13:14:08","slug":"auf-der-suche-nach-klischees-besucherstereotyp-auf-der-art-cologne","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/journalcologne.hmkw.de\/kunstundkoeln\/2016\/04\/15\/auf-der-suche-nach-klischees-besucherstereotyp-auf-der-art-cologne\/","title":{"rendered":"Auf der Suche nach Klischees &#8211; Besucherstereotyp auf der ART COLOGNE"},"content":{"rendered":"<div class=\"\">Juristen tragen nur Polohemden, bunte Hosen und den Pulli \u00fcber die Schultern gelegt. Grundschullehrer kennen s\u00e4mtliche Kinderlieder auswendig und malen in ihrer Freizeit Mandalas. Informatiker sind so sch\u00fcchtern, dass sie mit kaum jemandem reden, wohnen bei Mama und diese sucht ihnen auch jeden Tag ihre Kleidung heraus. All diese Vorurteile halten sich seit Jahren und haben sich l\u00e4ngst in den K\u00f6pfen der Menschen festgesetzt. Ob wahr oder falsch ist dabei v\u00f6llig egal.<\/div>\n<h4><b class=\"\">Der typische ART COLOGNE Besucher?<\/b><\/h4>\n<div class=\"\">Wenn Klischees also seit Ewigkeiten zu jeglichen Gruppen der Gesellschaft geh\u00f6ren, warum sollte es nicht auch einen Klischee-Besucher der ART COLOGNE geben?<\/div>\n<div class=\"\">Ich mache mich auf den Weg, um die Galeristen nach ihrer Meinung zu fragen. Was ist f\u00fcr sie der Stereotyp-Besucher?<\/div>\n<div class=\"\">40 Minuten sp\u00e4ter die Entt\u00e4uschung. Ich habe keine einzige Antwort bekommen. Jedenfalls keine, die mich weiterbringt. \u201eIch kann Ihnen dazu nichts sagen\u201c, \u201eDas wei\u00df ich nicht\u201c und \u201eIch m\u00f6chte nichts dazu sagen\u201c habe ich zwar oft geh\u00f6rt, aber bin dadurch kein St\u00fcck schlauer als vorher.<\/div>\n<div class=\"\">Doch mein Ehrgeiz ist gepackt, es muss doch einen typischen Besucher geben.<\/div>\n<h4><b class=\"\">Dann such ich halt alleine &#8211; Die verschiedenen Besuchertypen<\/b><\/h4>\n<div class=\"\">Es ist 13:30 Uhr und ich stehe in Halle 11.2 am Eingang. Die Besucher laufen an mir vorbei in die Halle. Ich schaue mir jeden so gut es geht an und erkenne ein doch immer wiederkehrendes Muster.<\/div>\n<div class=\"\">Da gibt es die Schulklassen. Eine Horde vorwiegend m\u00e4nnlicher Jugendlicher trampelt lautstark die Treppen hinauf und zeigt recht offensichtlich ihr Desinteresse an den Ausstellungsst\u00fccken, obwohl sie die Halle noch nicht einmal richtig betreten haben. H\u00e4ufigst gesagter Satz: \u201eDas kann ich auch\u201c.<\/div>\n<div class=\"\">Die zweite und weitaus gr\u00f6\u00dfte Gruppe sind M\u00e4nner in teuer aussehenden Anz\u00fcgen mit Frauen in ebenso teuer aussehenden Kost\u00fcmen. Wahlweise sind die Frauen auch in eleganten Kleidern oder kurzen R\u00f6cken unterwegs. Allerdings niemals ohne hohe Schuhe und teure Designertasche. Damen, die mittlerweile das Rentenalter erreicht haben d\u00fcrften, haben sich aus Bequemlichkeitsgr\u00fcnden meist f\u00fcr Ballerinas entschieden, die vermutlich noch teurer sind als die High Heels der j\u00fcngeren Damen. Die Paare bewegen sich deutlich anmutiger als die zuvor genannte Schulklasse und ihr h\u00e4ufigst gesagter Satz ist wohl: \u201eSchatz, guck mal, lass uns da anfangen.\u201c Die meisten vermitteln das Bild, dass sie heute noch einige teure St\u00fccke f\u00fcr ihr Wohnzimmer im Zweit- oder Drittwohnsitz erwerben wollen. Die werden halt schnell aus der Portokasse bezahlt.<\/p>\n<p>Ich verlasse meine Position am Eingang, folge dem Strom der Menschen und erkenne schnell die dritte Kategorie von Besuchern.<\/p><\/div>\n<div class=\"\">Zu ihnen z\u00e4hlen die Kunststudenten und Hippies dieser Welt. Weite Cordhosen, Batik-Shirts und Schlabberklamotten treffen auf Nerdbrillen, Strickpullover und Lederrucks\u00e4cke.<\/div>\n<div class=\"\">Jedem Werk gehen sie analytisch auf den Grund und diskutieren untereinander was das Zeug h\u00e4lt.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"\">Die vorletzte Gruppe sind die \u201eNormalos\u201c. Vorwiegend Frauen in Gruppen, die in Jeans, T-Shirt und Strickjacke durch die G\u00e4nge schlendern und vorwiegend \u00fcber ihre Kinder und nicht im entferntesten \u00fcber die ausgestellte Kunst reden. Die Kinder haben sie wohl zu Hause gelassen oder im Kids Club abgesetzt, aber einige seltene Exemplare der Helikopter-M\u00fctter, die es auf die Ausstellung geschafft haben, lassen es sich nat\u00fcrlich nicht nehmen, ihr Kleinkind mit zur Messe zu nehmen. Man muss ja schlie\u00dflich die Kontrolle behalten.<\/div>\n<div class=\"\">Aber nat\u00fcrlich geh\u00f6ren auch Paare des \u00e4lteren Semesters dazu, die mit ihrer Digitalkamera des letzten Jahrzehnts jedes f\u00fcr sie spannende Motiv einfangen. Und ja, dazu geh\u00f6ren auch die Blumen im Restaurantbereich.<\/div>\n<div class=\"\">Zu der letzten Gruppe geh\u00f6ren Menschen, die selbst auch als Kunstwerk durchgehen k\u00f6nnten. Sie laufen in riesigen Gew\u00e4ndern rum, haben Blumen auf dem Kopf oder sind in einem komplett gelben Outfit samt Bauarbeiterhelm unterwegs. Sie sind es auch, von denen man glaubt, dass sie zu Hause ein ganzes Atelier haben, in dem sie selbst basteln, malen, Kost\u00fcme schneidern, Yoga machen oder ganze Holzskulpturen schnitzen.<\/div>\n<figure id=\"attachment_1124\" aria-describedby=\"caption-attachment-1124\" style=\"width: 632px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/i1.wp.com\/journalcologne.hmkw.de\/kunstundkoeln\/wp-content\/uploads\/sites\/21\/2016\/04\/Beitragsbild_2.jpg\"><img data-attachment-id=\"1124\" data-permalink=\"http:\/\/journalcologne.hmkw.de\/kunstundkoeln\/2016\/04\/15\/auf-der-suche-nach-klischees-besucherstereotyp-auf-der-art-cologne\/beitragsbild_2\/\" data-orig-file=\"https:\/\/i1.wp.com\/journalcologne.hmkw.de\/kunstundkoeln\/wp-content\/uploads\/sites\/21\/2016\/04\/Beitragsbild_2.jpg?fit=1600%2C1200\" data-orig-size=\"1600,1200\" data-comments-opened=\"0\" data-image-meta=\"{&quot;aperture&quot;:&quot;0&quot;,&quot;credit&quot;:&quot;&quot;,&quot;camera&quot;:&quot;&quot;,&quot;caption&quot;:&quot;&quot;,&quot;created_timestamp&quot;:&quot;0&quot;,&quot;copyright&quot;:&quot;&quot;,&quot;focal_length&quot;:&quot;0&quot;,&quot;iso&quot;:&quot;0&quot;,&quot;shutter_speed&quot;:&quot;0&quot;,&quot;title&quot;:&quot;&quot;,&quot;orientation&quot;:&quot;1&quot;}\" data-image-title=\"Beitragsbild_2\" data-image-description=\"&lt;p&gt;Paradiesv\u00f6gel &#8211; Ein typischer ART COLOGNE Besucher?&lt;\/p&gt;\n\" data-medium-file=\"https:\/\/i1.wp.com\/journalcologne.hmkw.de\/kunstundkoeln\/wp-content\/uploads\/sites\/21\/2016\/04\/Beitragsbild_2.jpg?fit=632%2C474\" data-large-file=\"https:\/\/i1.wp.com\/journalcologne.hmkw.de\/kunstundkoeln\/wp-content\/uploads\/sites\/21\/2016\/04\/Beitragsbild_2.jpg?fit=1020%2C765\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-1124 size-medium\" src=\"https:\/\/i1.wp.com\/journalcologne.hmkw.de\/kunstundkoeln\/wp-content\/uploads\/sites\/21\/2016\/04\/Beitragsbild_2.jpg?resize=632%2C474\" alt=\"Beitragsbild_2\" width=\"632\" height=\"474\" srcset=\"https:\/\/i1.wp.com\/journalcologne.hmkw.de\/kunstundkoeln\/wp-content\/uploads\/sites\/21\/2016\/04\/Beitragsbild_2.jpg?resize=632%2C474 632w, https:\/\/i1.wp.com\/journalcologne.hmkw.de\/kunstundkoeln\/wp-content\/uploads\/sites\/21\/2016\/04\/Beitragsbild_2.jpg?resize=1020%2C765 1020w, https:\/\/i1.wp.com\/journalcologne.hmkw.de\/kunstundkoeln\/wp-content\/uploads\/sites\/21\/2016\/04\/Beitragsbild_2.jpg?resize=207%2C155 207w, https:\/\/i1.wp.com\/journalcologne.hmkw.de\/kunstundkoeln\/wp-content\/uploads\/sites\/21\/2016\/04\/Beitragsbild_2.jpg?resize=50%2C38 50w, https:\/\/i1.wp.com\/journalcologne.hmkw.de\/kunstundkoeln\/wp-content\/uploads\/sites\/21\/2016\/04\/Beitragsbild_2.jpg?w=1600 1600w\" sizes=\"(max-width: 632px) 100vw, 632px\" data-recalc-dims=\"1\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1124\" class=\"wp-caption-text\">Paradiesv\u00f6gel &#8211; ein typischer ART COLOGNE Besucher?<\/figcaption><\/figure>\n<h4><b class=\"\">Umfrage Nummer zwei<\/b><\/h4>\n<div class=\"\">Nachdem ich die auff\u00e4lligsten Besuchergruppen enttarnt und klassifiziert habe, starte ich einen neuen Versuch.<\/div>\n<div class=\"\">Ich frage die Galeristen nun nach den verschiedenen Typen von Besuchern. Dies sollte ja deutlich einfacher sein, da sich der Aussteller nun nicht auf eine Art Besucher festlegen muss und alle seine Eindr\u00fccke schildern kann.<\/div>\n<div class=\"\">Doch auch darauf geht keiner ein. Schlie\u00dflich treffe ich auf eine nette Dame, die mir des R\u00e4tsels L\u00f6sung gibt. Sie sagt, dass Galeristen niemals ihre Kundschaft klassifizieren und einordnen werden, weil die Kunden schwierig werden, wenn sie sich in diesen Kategorien wieder erkennen. Aha, so l\u00e4uft der Hase also.<\/div>\n<h4><b class=\"\">Mein Ergebnis\u00a0<\/b><\/h4>\n<div class=\"\">\n<p>Das Ende vom Lied: Es gibt tats\u00e4chlich nicht den einen Klischee-Besucher. Aber es gibt sie, die verschiedenen Typen von ART COLOGNE-Besuchern. Auch wenn diese von mir in meinen 45 Minuten Beobachtungszeit vielleicht sehr stark heruntergebrochen wurden und ich auch nicht alle einfangen konnte. Aber den \u201eDas kann man so nicht sagen\u201c-Aussagen der Galeristen kann ich mich definitiv nicht anschlie\u00dfen.<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"\">\n<p>Fotovermerk: Foto: Pixabay<\/p>\n<\/div>\n<div class=\"\"><em>(Von Sandra Stommel)<\/em><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<div class=\"entry-summary\">\nJuristen tragen nur Polohemden, bunte Hosen und den Pulli \u00fcber die Schultern&hellip;\n<\/div>\n<div class=\"link-more\"><a href=\"http:\/\/journalcologne.hmkw.de\/kunstundkoeln\/2016\/04\/15\/auf-der-suche-nach-klischees-besucherstereotyp-auf-der-art-cologne\/\" class=\"more-link\">Continue reading<span class=\"screen-reader-text\"> &ldquo;Auf der Suche nach Klischees &#8211; Besucherstereotyp auf der ART COLOGNE&rdquo;<\/span>&hellip;<\/a><\/div>\n","protected":false},"author":120,"featured_media":1095,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"spay_email":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_is_tweetstorm":false},"categories":[3],"tags":[46,98,85,83,84,109],"jetpack_featured_media_url":"https:\/\/i1.wp.com\/journalcologne.hmkw.de\/kunstundkoeln\/wp-content\/uploads\/sites\/21\/2016\/04\/Beitragsbild1.jpg?fit=1024%2C682","jetpack_publicize_connections":[],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_shortlink":"https:\/\/wp.me\/p63LW5-ho","_links":{"self":[{"href":"http:\/\/journalcologne.hmkw.de\/kunstundkoeln\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1078"}],"collection":[{"href":"http:\/\/journalcologne.hmkw.de\/kunstundkoeln\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/journalcologne.hmkw.de\/kunstundkoeln\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/journalcologne.hmkw.de\/kunstundkoeln\/wp-json\/wp\/v2\/users\/120"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/journalcologne.hmkw.de\/kunstundkoeln\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1078"}],"version-history":[{"count":11,"href":"http:\/\/journalcologne.hmkw.de\/kunstundkoeln\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1078\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1133,"href":"http:\/\/journalcologne.hmkw.de\/kunstundkoeln\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1078\/revisions\/1133"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/journalcologne.hmkw.de\/kunstundkoeln\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1095"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/journalcologne.hmkw.de\/kunstundkoeln\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1078"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/journalcologne.hmkw.de\/kunstundkoeln\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1078"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/journalcologne.hmkw.de\/kunstundkoeln\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1078"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}